Feinstaubanalyse in Freiberger Schulumfeld
Was atmen unsere Kinder an der A81?
Feinstaub – Grundlagen, Messung und Auswirkungen auf die Gesundheit
Die Oscar-Paret-Schule liegt mitten in unserer Stadt – und damit auch im Einflussbereich einer der meistbefahrenen Verkehrsachsen der Region. Was bedeutet die Belastung durch Feinstaub für die Gesundheit? Wie wird sie gemessen? Und wie sind die Messwerte tatsächlich zu beurteilen?
Mit diesen Fragen beschäftigte sich das erste „Freiberger Brückengespräch“, das die Bürgerinitiative „Grüne Brücke FaN“ am 13. Oktober in der Aula der Oscar-Paret-Schule veranstaltete.
23 Interessierte folgten den Vorträgen von
Dr. med. Karlin Stark, Leiterin des Kreisgesundheitsamts Ludwigsburg und
Dr. med. Dierk Vogt, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie sowie stellvertretender Vorsitzender des Umweltausschusses der Landesärztekammer Baden-Württemberg.
Die Referenten erläuterten, dass Feinstaub aus festen und flüssigen Partikeln besteht. Je nach Partikelgröße wird zwischen PM10, PM2,5 und Ultrafeinstaub unterschieden. Zu den Quellen zählen unter anderem Holzfeuerungen, Industrieanlagen und Kraftwerke. Im Straßenverkehr entstehen Belastungen durch Abgase, Brems- und Reifenabrieb sowie aufgewirbelten Straßenstaub. Auch Silvesterfeuerwerk kann kurzfristig zu erheblichen Feinstaubbelastungen führen.
Ein Schwerpunkt war den unterschiedlichen Messverfahren gewidmet – von präzisen Laborverfahren über kontinuierliche Messungen bis hin zu kostengünstigen Lasersensoren. Solche Sensoren könnten auch in einem schulischen Messprojekt eingesetzt werden, beispielsweise im Physik- oder Geographieunterricht.
Welche Folgen hat Feinstaub für die Gesundheit?
Feinstaub kann nicht nur die Lunge, sondern auch Herz und Gefäße sowie weitere Organsysteme beeinträchtigen. Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen. Als mögliche Schutzmaßnahmen wurden unter anderem verkehrsarme Wege, HEPA-Luftreiniger in Innenräumen und vor allem der Verzicht auf das Rauchen angesprochen.
Freiberg braucht eigene Messdaten
In der anschließenden lebhaften Diskussion standen die Aussagekraft der Messverfahren und die regionale Messsituation im Mittelpunkt. Nach den in der Veranstaltung vorgestellten Angaben wurden die geltenden Feinstaubgrenzwerte 2025 in Baden-Württemberg eingehalten. In Freiberg am Neckar gibt es jedoch keine eigene Messstation.
Zusätzliche Messmöglichkeiten könnten helfen, die Luftqualität vor Ort besser einzuschätzen. Insbesondere Messungen im Bereich der A81 und der Oscar-Paret-Schule könnten wertvolle Erkenntnisse über die Belastung durch Feinstaub und Stickoxide liefern.
Die Veranstaltungsreihe „Freiberger Brückengespräche“ möchte wissenschaftliche Erkenntnisse zu Umwelt,
Gesundheit und Lebensqualität mit konkreten Fragen vor Ort verbinden. Als möglicher nächster Schritt wurde ein schulisches Bürgerwissenschaftsprojekt diskutiert, bei dem Schülerinnen und Schüler der Oscar-Paret-Schule eigene Luftmessdaten erheben und auswerten könnten.
Weitere Infos
finden Sie in den Unterlagen der Referenten: hier
